2008: Erholung der Erdölverkäufe
Zürich, 13. Februar 2009
Der Absatz der wichtigsten Erdölprodukte erreichte in der Schweiz 2008 rund 11,1 Mio. Tonnen. Dies ist eine Zunahme von 7,2% gegenüber dem Vorjahr. Im Jahr 2007 war der Absatz vor allem wegen massiv tieferer Heizölverkäufe eingebrochen.
Vom Gesamtabsatz 2008 entfiel mit rund 7 Mio. Tonnen (63%) der grösste Teil der Verkäufe auf die Treibstoffe. Insgesamt wurden 3,2 % mehr Treibstoffe (Benzin, Dieselöl und Flugpetrol) verkauft als 2007. Der Heizöl-Absatz stieg um rund 15% auf 4,1 Mio. Tonnen. Der Nachfrageeinbruch des Vorjahres (minus 27% gegenüber 2006) konnte dadurch nicht kompensiert werden.
Zu den einzelnen Produkten:
Die schon seit längerer Zeit festgestellte rückläufige Nachfrage nach Autobenzin beschleunigte sich (-2,2% im Vergleich zu 2007). Zu dieser Entwicklung trugen verschiedene Faktoren bei: Zum einen die Verbesserung der Motoreneffizienz, zum anderen der in der 2. Jahreshälfte gegenüber dem Franken nachgebende Euro, der die Attraktivität der Schweiz für ausländische Tankkunden verminderte. Eine nur noch bescheidene Rolle für die Abnahme der Benzinverkäufe dürfte die Zahl neuer Diesel-Personenwagen gespielt haben. Deren Anteil bei den Neu-Zulassungen machte 2008 32,4% (Vorjahr: 32,5%) aus. Trotzdem stieg der Dieselölabsatz erneut, und zwar um 9,9%, was vor allem mit der robusten Inlandkonjunktur – Baugewerbe und Gütertransporte sind die wichtigsten Dieselölkonsumenten – erklärt werden dürfte . Im Zuge der sich anbahnenden wirtschaftlichen Abkühlung und aufgrund der für die Schweiz ungünstiger gewordenen Preisrelationen an der Grenze nahm der Boom der Dieselölverkäufe in der 2. Jahreshälfte ein Ende: Der Absatz stieg in diesem Zeitraum noch um rund 5% (im Vergleich zum 2. Semester 2007).
Beim Flugpetrol setzte sich der Aufwärtstrend der letzten Jahre fort: Der Absatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 7% auf 1,41 Mio. Tonnen und spiegelte vor allem die Verkehrsentwicklung auf den Flughäfen Zürich und Genf. Der Absatz 2008 entspricht praktisch exakt dem Stand von 1998.
2007 war der Absatz von Heizöl Extra-Leicht um 26,8% eingebrochen, 2008 stieg er lediglich um 14,7%. Immerhin konnte der massive Preisrückgang in der 2. Hälfte 2008 die Heizölnachfrage leicht beleben: In den ersten 6 Monaten 2008 betrug das Verkaufsplus 12,4%, im 2. Semester dann 16,5% (je im Vergleich zu den beiden entsprechenden Vorjahresperioden). Als Folge dieser unvollständigen Kompensation des Vorjahresrückgangs und wegen der kälteren Witterung – die Anzahl der Heizgradtage stieg gegenüber 2007 um 7,9% – ging der Tankfüllgrad per Ende 2008 auf tiefe 30,3% zurück (Ende 2007: 34,7%). Deshalb und weil die Heizölpreise bei weiterhin kalter Witterung wieder so tief sind wie vor vier Jahren, sind die Aussichten des Brennstoffhandels zu Beginn des Heizöljahrs 2009 positiv –ganz anders somit als vor Jahresfrist, als die Preise stark zu steigen begannen.
Tabelle Absatz 08
Auskunft:
Dr. Rolf Hartl
Geschäftsführer
Erdöl-Vereinigung
Tel. 044 218 50 10