Energie ist der Motor für Wirtschaft und Wohlstand. Sie versorgt uns mit Licht, Kraft, Mobilität und Wärme. Energie hat die Industrialisierung ermöglicht, den Fortschritt beflügelt, weltweit zur wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen und dadurch die Lebensqualität von Milliarden von Menschen in nie zuvor gekannter Weise gesteigert.

Das bemerkenswerte Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahrzehnte ging Hand in Hand mit einem markanten Anstieg des globalen Energiebedarfs. Seit 1946 ist der weltweite Verbrauch von knapp 2 Milliarden auf 11 Milliarden Tonnen Öl-Äquivalänt (2009) gestiegen. Seit den siebziger Jahren steigt er im Mittel um jährlich 2 Prozent, auch wenn immer wieder kurzfristige, konjunkturell bedingte Einbrüche (1,1 Prozent im Krisenjahr 2009) verzeichnet wurden. Dieser Trend wird trotz substanzieller Investitionen in die Energieeffizienz und vor allem nachdem die globale Wirtschaft langsam wieder Tritt fasst anhalten. Begünstigt wird er nicht nur durch die steigende Nachfrage in aufstrebenden Volkswirtschaften wie China oder Indien, sondern auch durch steigende Mobilitäts- und energieintensivere Konsumbedürfnisse insgesamt.
Die Konsumenten sind es gewohnt, Energie jederzeit, vergleichsweise günstig und vor allem bequem verfügbar zu haben. Die Energiewirtschaft wird diesem Trend Rechnung tragen müssen und steht vor der Herausforderung, den wachsenden Energiehunger nachhaltig und flächendeckend zu stillen. Die Nachfrageentwicklung, immer neue Energieabgaben und -steuern sowie voreilige Forderungen nach der Substitution fossiler Energieträger bergen aber das Risiko, dass Energie nicht nur teurer sondern auch weniger komfortabel verfügbar sein wird.