Energieportfolio

Statistiken zum globalen Energiebedarf führen oftmals unterschiedliche Energiegrössen auf. Am häufigsten verwendet werden Öl-Äquivalent, Joules oder Watt-Stunden. Die 2009 benötigten 11 Milliarden Tonnen Öl-Äquivalent entsprechen beispielsweise rund 430'000 Petajoules. Ein Joule wird benötigt, um während einer Sekunde die Leistung von einem Watt aufzubringen. 430'000 Petajoules reichen aus, um eine 100 Watt Glühbirne ungefähr 136 Milliarden Jahre brennen zu lassen. Als Plattform der Erdölwirtschaft geben wir den Energiebedarf im Folgenden jeweils in Öl-Äquivalent an.

Die globale Nachfrage wird auf einem breiten Energiemix abgestützt: Rohöl, Erdgas, Kohle, Torf, Uran, Holz, Wind-, Gezeiten- und Wasserkraft, Sonnenstrahlung sowie Erd- und Umgebungswärme sind beispielsweise Ressourcen, die für die Energiegewinnung genutzt werden.

Die Abstützung auf einen breiten Energiemix gleicht Preisschwankungen und Förderengpässe bei einzelnen Primärenergieträgern aus, mindert insgesamt die Abhängigkeit von einem einzelnen Rohstoff und erhöht die globale Versorgungssicherheit.

Im spezifischen Primärenergie-Mix der Gegenwart kommt Erdöl mit einem Anteil von knapp 35 Prozent eine bedeutende Rolle zu (2009). Auch Kohle und Erdgas sind mit Anteilen von je über 20 Prozent im derzeitigen Energiemix eminent wichtig. Das wird sich in absehbarer Zukunft nicht ändern. Zwar werden erneuerbare Energien immer wieder als nachhaltiger Pfeiler unserer Zukunft propagiert. Meistens sind diese Energieträger aber nur beschränkt einsetzbar, weil die Technologien noch zu wenig ausgereift sind, die Herstellung nicht marktfähig ist oder die Energie nur schlecht transportierbar und damit am point of sale verfügbar ist. Erdöl werden sie deshalb in den nächsten Dekaden nicht substituieren können.

 

 

Als Ergänzung des Energieportfolios und um die Versorgungssicherheit zu stützen, darf die Bedeutung der erneuerbaren Energien dennoch nicht vernachlässigt werden. Der Trend sollte aber ganz klar in die Richtung eines sparsamen und ressourcenschonenden Einsatzes der verschiedenen Energieträger gehen.

 

In den letzten Jahrzehnten hat sich nicht nur der Primärenergieverbrauch verändert. Auch im Energiemix ist es zu Verschiebungen gekommen. 1973 lag beispielsweise der globale Primärenergieverbrauch mit gut 6 Milliarden Tonnen Öl-Äquivalent auf der Hälfte das aktuellen Standes. Erdöl war damals mit einem Anteil von 46 Prozent im Energiemix vertreten. Der prozentuale Rückgang von Erdöl im globalen Energieportfolio ist primär auf den Ausbau der Kernenergie und die verstärkte Nutzung von Erdgas zurück zu führen.

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