Energieeffizienz – der Königsweg zur besseren Nutzung unserer Energieressourcen

Energieeffizienz ist nicht erst seit heute ein Gebot der Stunde. Der eigentliche Weckruf, diesen Königsweg der Energiepolitik zu beschreiten, bildete die erste Erdölpreiskrise (1973/74). Das Ziel der Energieeffizienz, nämlich mehr energetischen Nutzen mit weniger Energieeinsatz zu erreichen, ist heute unbestritten. Nicht so die Wege dorthin: Lenkungsabgaben, Verbote und Gebote zum Energieverbrauch stehen auf der einen Seite des Spektrums, das Vertrauen in die Marktkräfte und auf die Folgen des Wettbewerbs zwischen Energie-, Geräte- und Autoanbietern auf der anderen Seite.

Der Blick zurück zeigt die bedeutenden Verbesserungen im Bereich der Energieeffizienz auf, die grösstenteils durch den technischen Fortschritt und nur zu einem kleinen Teil durch staatliche Gebote oder Verbote erreicht worden sind. Die markantesten Verhaltensänderungen auf der Angebots- wie auch auf der Konsumentenseite waren stets die Folge von Preisschocks. Es ist deshalb fraglich, das energiepolitische Heil allein in staatlichen Massnahmen zu suchen.

In den letzten rund 20 Jahren ist beispielsweise

  • der schweizerische Endenergieverbrauch um rund 12 Prozent gestiegen, während sich im gleichen Zeitraum die Wirtschaftsleistung um rund 30 Prozent und die industrielle Produktion um rund die Hälfte erhöht haben. Die Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch ist Tatsache.
  • der Heizverbrauch in Neubauten von rund 20 Litern Heizöl/m2 beheizter Wohnfläche auf heute rund 5 Litern gesunken – eine Reduktion um den Faktor Vier – nicht zuletzt dank markant effizienterer Ölheizungen und besserer Gebäudeisolation: Ein moderner Brennwert-Ölkessel wandelt die im Heizöl befindliche Energie ohne Verluste in Nutzenergie um.
  • der spezifische Verbrauch von neu zugelassenen Personenwagen von über 10 Litern/100 km auf aktuell unter 7 Litern zurückgegangen. Ein benzin- oder dieselbetriebenes Auto, das zwischen 3 und 4 Litern/100 km verbraucht (schon in wenigen Jahren werden solche Modelle serienmässig angeboten werden), ist dabei energieeffizienter als ein reines Elektroauto, wenn man die gesamte Kette von Energiegewinnung bis zur Umwandlung in Nutzenergie in Rechnung stellt.

Die eindrückliche Verbesserung der Energieeffizienz zeigt sich auch im Erdölverbrauch: Trotz Bevölkerungswachstum, höherer Wirtschaftsleistung und mehr Mobilität ist der Erdölverbrauch der Schweiz seit 1973 gesunken. Betrug der Anteil des Erdöls am schweizerischen Energieverbrauch 1973 noch 80 Prozent, liegt er heute bei 55 Prozent. Zugenommen haben die Strom- und Erdgasverbräuche. Dass die Substitution von den Erdölprodukten zu diesen Energieträgern, insbesondere zum Strom, unter dem Strich zu mehr Energieeffizienz geführt hat, ist indes nicht belegt, wenn man den immer noch bescheidenen Wirkungsgrad von fossilen oder nuklearen Kraftwerken sowie die Übertragungsverluste berücksichtigt.

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