Die Erdölwirtschaft nimmt ihren Versorgungsauftrag wahr
Mit einem Anteil von rund 55 Prozent ist Erdöl eine wichtige und tragende Stütze im Schweizer Energieportfolio. Das schlägt sich in einem Jahresverbrauch von gut 11,8 Millionen Tonnen in Form von Brenn- und Treibstoff nieder (2009).
Als Binnenland ohne eigene Erdölvorkommen steht die Schweiz am Ende der Versorgungskette. Die nötige und existenzsichernde Versorgung mit Rohöl und Erdölprodukten ist Aufgabe der Branche. Sie leistet nach dem Subsidiaritätsprinzip ihren Beitrag zur wirtschaftlichen Landesversorgung und stellt sicher, dass in der Schweiz keine Versorgungsengpässe entstehen. Die Branche importiert etwa zwei Drittel des Bedarfs in Form von Fertigprodukten aus der Europäischen Union. Der Restbedarf wird als Rohöl je etwa zur Hälfte aus Afrika sowie aus Russland und aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion importiert. Die Beschaffungskanäle sind breit genug abgestützt, um nicht von einzelnen Liefernationen abhängig zu sein. Diese Strategie hat sich im Zuge der diplomatischen Differenzen mit Libyen als richtig erwiesen.

Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, setzt die Erdölwirtschaft zudem auf die Diversifikation der Importkanäle: Pipelines (41,8 Prozent), Schienen- (26,2 Prozent), Schiffs- (24,7 Prozent) und Strassenverkehr (7,3 Prozent).
Als strategische Reserve werden in der Schweiz so genannte Pflichtlager gehalten. Sie decken den derzeitigen Normalverbrauch
an Benzin, Diesel und Heizöl von rund 4,5 Monaten ab. Dazu kommen die beachtlichen Bestände in den Handels- und Konsumentenlager. Und weil die Branche auch bei herausfordernden Markverhältnissen und in Krisenlagen Erdölprodukte importiert, reichen die bestehenden Reserven für eine deutlich längere Zeitspanne.
Der Anteil des in der Schweiz konsumierten Erdöls entspricht rund 0,3 Prozent des globalen Jahresverbrauchs. Als kleiner Nachfrager auf dem globalen Markt sind für die Schweiz die politischen Handlungsoptionen zur Sicherstellung der Landesversorgung beschränkt. Ereignisse wie die erste grosse Erdölkrise 1973, politische Unruhen und Kriege in Fördernationen sowie Produktionsengpässe aufgrund von Umweltkatastrophen haben deutlich gemacht, dass sich die Versorgungssicherheit nur im internationalen Rahmen und im laufenden Austausch zwischen den Regierungen und der Erdölwirtschaft gewährleisten lässt.