Breite Ressourcenbasis sichert langfristige Verfügbarkeit
Erdöl entstand vor 20 bis 350 Millionen Jahren in den Sedimentbecken urzeitlicher Meere. Industriell gefördert und genutzt wird es seit dem 19. Jahrhundert. Seither hat sich die Ressource als Pfeiler der globalen Energieversorgung etabliert.
Immer wieder wird darüber spekuliert, wie lange die Bestände noch für die globale Energieversorgung reichen. Als fachkundiger Branchenverband möchten wir zur Versachlichung der Debatte über die langfristige Verfügbarkeit von Erdöl beitragen.
Um ein Verständnis für die Fragen der langfristigen Verfügbarkeit und der Nutzbarkeit von Erdöl zu schaffen, sind die Unterscheidung von Ressourcen und Reserven, Einblicke in die branchenspezifische Angebotsdynamik, preisbedingte Investitionen in Explorations- und Fördertechnologien und vieles mehr unabdingbar. Informationen dazu finden Sie in dieser Rubrik.
Erdölressourcen sind die weltweiten Vorkommen an Erdöl. Bisher ist nur ein kleiner Teil davon wirtschaftlich und technisch förderbar. Der Rest bleibt vorerst eine Ressource, die es wirtschaftlich nicht zu fördern lohnt oder die technisch noch nicht zugänglich ist, grösstenteils nicht-konventionelles Erdöl.
Die Internationale Energie Agentur geht davon aus, dass die Erde ca. 15 Billionen Fass Erdöl enthält. Etwa die Hälfte davon kann in flüssiger Form als konventionelles Erdöl gefördert werden. Rund 4 bis 6 Billionen Fass sind aus heutiger Sicht technisch förderbar. Davon sind etwa 1 Billion Fass seit Beginn der Erdölförderung bereits produziert worden. Ungefähr die gleiche Menge wird benötigt werden, um die Nachfrage der nächsten 25 Jahre zu decken. Die Ressourcenbasis ist demnach breit genug, um die globale Erdölnachfrage langfristig befriedigen zu können.
Als Erdölreserven bezeichnet man bereits gefundenes Erdöl in einer Lagerstätte, das mit den heute bekannten Technologien und beim heutigen Preisniveau in Zukunft wirtschaftlich gefördert werden kann. Oder anders ausgedrückt: Erdölreserven sind die Differenz zwischen der bereits geförderten Menge und jener Menge, welche man aus einem bestimmten Feld mit bestehender Technologie und beim jeweils aktuellen Preisniveau zu fördern erwartet.
Durch den technischen Fortschritt, bessere und günstigere Fördermethoden und durch die Preisentwicklung des Erdöls mutieren Erdölressourcen mit der Zeit zu wirtschaftlich nutzbaren Erdölreserven. So hat sich in den letzten 20 Jahren die weltweite Reservenbasis um 20 Prozent erhöht.