Kein Peak Oil in absehbarer Zeit
Die zwar nur im Prinzip richtige Erwartung eines künftigen Fördermaximums führt vor Augen, dass Erdöl letztlich eine begrenzte, endliche Ressource ist.
Für eine Prognose der langfristigen wirtschaftlichen Verfügbarkeit von Erdöl erweist sich die Methode allerdings als untauglich. Verfechter der Peak Oil Theorie und namhafte Organisationen der Erdölwirtschaft haben sich schon längst bemüht, das kritische Produktionsmaximum der weltweiten Kohlenwasserstoffressourcen zu evaluieren.
Die kritische Energy Watch Group veranschlagte den globalen Peak mit einem Fördervolumen von 81 Millionen Fass pro Tag für das Jahr 2006. In ihrer Studie „Zukunft der weltweiten Erdölversorgung“ aus dem Jahr 2008 hält sie an dieser Aussage fest. Sie prognostiziert einen drastischen Rückgang der Fördermenge auf täglich 39 Millionen Fass im Jahr 2030. Auch die „Association for the Study of Peak Oil“ (ASPO) sieht uns schon heute mit dem Ende des Ölzeitalters konfrontiert. Sie hat Ende 2007 prognostiziert, dass der globale Peak 2008 eintreffen werde. Bis zum Jahr 2030 sagt sie einen kontinuierlichen Rückgang der täglichen Fördermenge auf 55 Millionen Fass voraus.
Die vereinfachten Projektionen der Peak Oil Prognosen ignorieren die Elastizität der Erdölreserven und der zugrunde liegenden politischen, ökonomischen und technischen Variablen. Vielmehr werden die Prognosen auf der Basis statischer, konventioneller Reservebestände getroffen. Die diversifizierten und für die Zukunft viel versprechenden nicht konventionellen Bestände werden ausser Acht gelassen. Das bedeutet, dass mit der Methode umfangreiche Erdölressourcen, die mit dem Einsatz neuer Technologien und bei höheren Preisen zusätzlich gesichert werden können, keine Berücksichtigung finden.
Die Internationale Energie Agentur der OECD, die ihre Prognosen auf eine breite und fundierte Datenbasis stützt, prognostiziert bis zum Jahr 2030 - und darüber hinaus - einen sukzessiven Anstieg der Erdölproduktion auf 106 Fass pro Tag. Nur schon die derzeit förderbaren konventionellen Erdölvorkommen reichen aus, um den Bedarf für weitere 30 bis 40 Jahre zu sichern. Die Spitze der Erdölförderung rückt in weite Ferne.