Mobilitätsentwicklung

Mobilität ist eine wichtige Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung. Mit zunehmendem Wohlstand steigen wiederum die Mobilitätsbedürfnisse und die Entfernungen, welche Menschen zurücklegen können. Schon heute fliesst gut die Hälfte der jährlichen Erdölproduktion in den Transport. Gleichzeitig werden 20 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen dem Verkehrssektor zugeschrieben. Der motorisierte Individualverkehr spielt dabei eine wichtige Rolle.

 

Wie werden sich die Mobilitätsbedürfnisse entwickeln, und welchen Einfluss werden sie auf den Erdölbedarf und die Treibhausgasemissionen von morgen haben? Aussagen dazu hängen von zahlreichen Faktoren ab wie Wirtschaftsentwicklung, Bevölkerungswachstum und -struktur, Fahrzeugtechnologien sowie energie- und klimapolitische Rahmenbedingungen.

 

Das Bundesamt für Raumentwicklung are hat in der Studie „Perspektiven des schweizerischen Personenverkehrs bis 2030“ (2006) die Mobilitätsentwicklung prognostiziert. Im Jahr 2000 lag die Verkehrsleistung bei 111 Milliarden Kilometern gesamt oder rund 15'000 Kilometern pro Kopf (Strasse und Schiene). Dieser Wert ist im internationalen Vergleich sehr hoch. Das are geht davon aus, dass die Verkehrsleistung der Schweiz im Jahr 2030 auf 137 Milliarden Kilometer ansteigen wird. Gut drei Viertel davon werden auf den motorisierten Individualverkehr entfallen.

 

Die Motorisierung ist in der Schweiz schon heute mit gut 500 PKW je 1’000 Einwohner überdurchschnittlich hoch. Shell prognostiziert in ihrer Publikation „PKW-Szenarien bis 2030“, dass der Motorisierungsgrad der Schweiz auf 600 PKW je 1'000 Einwohner ansteigen wird. In Verbindung mit der UN-Bevölkerungsprognose wird das zu einem PKW-Bestand von 4,8 Millionen Fahrzeugen führen.

 

Von der steigenden Verkehrsleistung und Motorisierung darf man aber nicht auf proportional steigenden Energiebedarf und entsprechende Treibhausgasemissionen schliessen. Energieeffizientere und verbrauchsärmere Fahrzeuge können den Energiebedarf eindämmen und insgesamt sogar CO2-Emissionen reduzieren.

 

Shell geht zu Recht davon aus, dass 2030 Benzin und Diesel betriebene Fahrzeuge immer noch dominieren und einen Marktanteil von ungefähr 80 Prozent haben werden. Allerdings wird sich das Verhältnis zwischen Benzin und Diesel betriebenen Autos verlagern. Den Restanteil machen vorwiegend Hybrid-Autos aus. Der Treibstoffverbrauch der Fahrzeuge wird weiter sinken. Shell geht davon aus, dass 2030 ein durchschnittliches Auto noch 6,1 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen wird. Heute liegt dieser Wert in der Schweiz bei 7,14 Liter. Unter Berücksichtigung dieser Trends prognostiziert Shell für Deutschland, dass der Gesamttreibstoffverbrauch wie auch die Treibhausgasemissionen bis 2030 trotz stark steigender Verkehrsleistung gegenüber 2000 um 20 Prozent zurückgehen werden.

 

Diese Aussage basiert auf Szenarien, gilt für Deutschland und kann daher nur mit Vorbehalt auf die Schweiz übertragen werden. Der Trend wird aber auch hierzulande in dieselbe Richtung gehen: Trotz markantem Verkehrsanstieg bis 2030 werden sich Energiebedarf und CO2-Emissionen aus diesem Segment rückläufig entwickeln.

Sitemap | Kontakt | Home | d | f
Suche