Biotreibstoffe der 2. Generation
Mit der in den 1920er Jahren entwickelten Fischer-Tropsch-Synthese lassen sich flüssige Treibstoffe aus Biomasse gewinnen.
Das als „Biomass to Liquids“ (BTL) bezeichnete Verfahren eignet sich zur Herstellung von Treibstoffen aus Lignozellulose. Als Ausgangsmaterialien kommen beispielsweise Altholz oder Stroh zum Einsatz – ein grosser Vorteil gegenüber den heutigen Biotreibstoffen, die mehrheitlich auf den Anbau von Nutzpflanzen angewiesen sind. Probleme wie hoher Land- und Wasserbedarf, Monokulturen und die Konkurrenz zur Nahrungsmittelindustrie können so vermieden werden.
Wie bei den Biotreibstoffen der ersten Generation gilt auch hier, dass die Ökobilanz der Treibstoffe massgeblich von Ausgangsmaterial und Herstellung abhängt. Altholz, Stroh und Biomasseabfälle stehen vielerorts in grossen Mengen zur Verfügung und können auf umweltschonende Weise genutzt werden. Wird der Treibstoff dagegen aus eigens dafür angepflanztem Chinaschilf oder Weidenholz gewonnen, treten ähnliche Probleme auf, wie bei der Herstellung von Bioethanol oder Biodiesel aus Nutzpflanzen.
Obwohl 2008 die erste Anlage des komplexen und energieaufwändigen BTL-Verfahrens in Produktion ging, lässt sich sein längerfristiges Potenzial derzeit nur schwer abschätzen.