Wasserstoff

Während Jahrzehnten galt Wasserstoff als Treibstoff der Zukunft. Trotz enormer Investitionen in die Wasserstoff-Forschung, hat die Wissenschaft die erhofften Resultate jedoch noch nicht erbracht. Die Verwendung von Wasserstoff als Treibstoff birgt nach wie vor eine Vielzahl von ökonomischen, technischen und logistischen Problemen.
Reiner Wasserstoff (H2) ist der idealste Brennstoff überhaupt. Er ist energiereich, und bei der Verbrennung entsteht nichts als Wasser. Reiner Wasserstoff kommt auf der Erde allerdings selten vor, und seine Herstellung erfordert sehr viel Energie. Heute wird Wasserstoff vorwiegend aus Erdgas gewonnen. Berücksichtigt man den Energieaufwand und die Schadstoffemissionen bei der Herstellung des Treibstoffs, hat ein mit Wasserstoff betriebenes Fahrzeug die deutlich schlechtere Ökobilanz als ein vergleichbares Benzin- oder Dieselfahrzeug.

Nachhaltig ist die Nutzung von Wasserstoff nur, wenn seine Herstellung konsequent auf erneuerbaren Energien und Rohstoffen basiert. Theoretisch lässt sich Wasserstoff beispielsweise durch die Elektrolyse von Wasser mit Hilfe von Sonnenenergie gewinnen. Von einer wirtschaftlichen industriellen Nutzung ist dieses Verfahren jedoch noch weit entfernt.

Grundsätzlich kann Wasserstoff in Verbrennungsmotoren oder in Brennstoffzellen in Kombination mit einem Elektromotor eingesetzt werden. Die Schadstoffemissionen werden in beiden Fällen stark vermindert. Brennstoffzellen haben mit 30 bis 40 Prozent überdies einen deutlich höheren Wirkungsgrad als Verbrennungsmotoren. Stationäre Brennstoffzellen werden schon leit längerem zur Wärmeerzeugung eingesetzt. Die Entwicklung der sehr kostspieligen mobilen Brennstoffzellen steckt allerdings noch in den Kinderschuhen.

Der Treibstoff selbst ist alles andere als einfach im Umgang. Wasserstoff ist hochexplosiv und lässt sich verglichen mit fossilen Treibstoffen schwer lagern und transportieren.

Gegenwärtig ist die Wasserstoffwirtschaft noch eine teure Utopie. Ob sie dereinst tatsächlich den Weg in eine weitgehend CO2-freie Zukunft ebnen kann, wird sich erweisen müssen.
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