Luftqualität in der Schweiz

Bei der Verbrennung von Erdölprodukten gelangt immer auch eine gewisse Menge an Schadstoffen in die Luft. Der Zustand der Schweizer Luft wird seit Jahrzehnten sorgfältig beobachtet. In den letzten 25 Jahren hat sich die Luftqualität stark verbessert, obwohl in diesem Zeitraum der Autobestand um 80 Prozent und der Energieverbrauch um knapp 30 Prozent zugenommen haben.

Luftschadstoffe entstehen während jedes Verbrennungsprozesses aus Inhaltsstoffen des Brennstoffs sowie aus Bestandteilen der Umgebungsluft. Die Zusammensetzung des Brennstoffs und die Art des Verbrennungsprozesses sind für die Bildung dieser Stoffe gleichermassen entscheidend. Unterscheiden muss man zwischen Schadstoffemissionen und -immissionen. Als Emission wird der Schadstoffausstoss an der Quelle, beispielsweise einem Verbrennungsmotor bezeichnet. Immissionen sind die Schadstoffkonzentrationen in der Luft, die auf Mensch und Umwelt einwirken. Durch chemische Reaktionen in der Atmosphäre können ausgestossene Schadstoffe in neue Schadstoffe umgewandelt werden. Das ist beispielsweise bei Ozon der Fall.

Die Luftqualität in der Schweiz hat sich aufgrund von strengeren gesetzlichen Normen, der Qualität von Treib- und Brennstoffen sowie durch technische Entwicklungen verbessert. Im Rahmen der Umweltschutzgesetzgebung wurden strengere Emissionsbegrenzungen für Feuerungs- und Verbrennungsanlagen sowie für Motorfahrzeuge erlassen. Im Treibstoffbereich sind die Schweizer Emissionsbestimmungen seit dem Jahr 2000 denjenigen der Europäischen Union angeglichen worden. Auch die Immissionsgrenzwerte hat der Bundesrat klar definiert und auf eine Konzentration gesenkt, die für Menschen, Tiere und Pflanzen als unbedenklich gilt.

Der Schadstoffausstoss wurde durch die Einführung von bleifreiem Benzin und schwefelfreiem Heizöl zusätzlich reduziert. Und technische Innovationen wie der Katalysator bei Autos mit Benzinmotor oder Partikelfilter bei Diesel-Fahrzeugen haben die Emissionsreduktionen im Verkehr massgeblich erhöht.

 

 

Heute werden Stickoxide, Partikel und Ozon als die problematischsten Luftschadstoffe betrachtet, auch wenn die Stickoxid- und Schwebestaubkonzentrationen deutlich unterhalb der Höchstwerte aus den siebziger und achtziger Jahren liegen. Verglichen mit anderen Schadstoffen sind ihre Emissionswerte aber weniger stark gesunken.  

 

  

Stickoxide entstehen beiVerbrennungsprozessen jeder Art. Sie bilden sich bei hohen Temperaturen durch Verbindung des Stickstoffs aus der Luft mit Sauerstoff. Wichtigste Verursacher in der Schweiz sind der Strassenverkehr, industrielle Feuerungs- und Kehrichtverbrennungsanlagen sowie Heizungen. Erhöhte Stickoxidkonzentrationen schädigen die Atemwege. Zudem tragen Stickoxide zur Bildung von Ozon und sauren Niederschlägen bei.

Partikel sind mikroskopisch kleine Festkörper unterschiedlicher Zusammensetzung. Sie entstehen beispielsweise bei Produktionsprozessen in Industrie und Gewerbe oder bei Verbrennungsprozessen. Sie können Atemwegs- und Kreislauferkrankungen auslösen. Moderne Partikelfilter bei Fahrzeugmotoren können deren Ausstoss beinahe vollständig unterbinden.

Ozon schützt in der Stratosphäre vor schädlichen UV-Strahlen. In Bodennähe ist es ein gesundheitsschädliches Reizgas. Ozon entsteht nicht bei Verbrennungsprozessen selbst, sondern durch chemische Reaktionen in der Atmosphäre. Wichtige Vorläuferstoffe für die Bildung von Ozon sind Stickoxide und Kohlenwasserstoffe. Eine Senkung dieser Emissionen wirkt daher auch der Ozonbildung entgegen.

Bei den Schadstoffen Schwefeldioxid, Benzol und Blei sind in den letzten Jahren nennenswerte Verbesserungen erzielt worden.

Bis Ende der achtziger Jahre war Schwefeldioxid in der Schweiz als Hauptbestandteil des sauren Regens problematisch. Schwefel ist ein natürlicher Bestandteil des Erdöls und ist je nach Entstehungsort in unterschiedlichen Mengen enthalten. Durch die Entfernung des Schwefels bei der Verarbeitung von Rohöl ist die Bildung von Schwefeldioxid in der Schweiz heute auf ein Minimum reduziert worden. Seit Beginn der neunziger Jahre liegen die gemessenen Konzentrationen stets weit unter dem Grenzwert.

Dank der Einführung von Katalysatoren in Benzinfahrzeugen und durch die Gasrückführung an Tankstellen sind die Emissionen von flüchtigen Kohlenwasserstoffen wie Benzol in den letzten 20 Jahren um über 80 Prozent gesunken. Auch die Umweltbelastung durch Blei ist in der Schweiz heute auf vernachlässigbare Werte gesunken. Seit dem Jahr 2000 ist verbleites Benzin in ganz Europa verboten.

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