Währungseffekte

Erdölpreise sind ein emotionales Thema. Steigen die Preise für Rohöl, erleben Peak-Oil-Thesen stets Hochkonjunktur. Es wird spekuliert, dass die Erdölquellen kurz vor dem Versiegen seien und zudem postuliert, die Energieversorgung müsse im Sinne von Wirtschaft und Konsumenten auf eine breitere, nicht fossile Basis abgestützt werden.

Ein weiteres Bild zeichnet sich, wenn der Dollarkurs sinkt. Im Wissen um die Anlehnung des Ölpreises an den Dollar werden Forderungen laut, den Währungseffekt an die Konsumenten weiterzugeben. Das macht die Erdölwirtschaft auch. Aufgrund der Preisbildungsmechanismen bewirkt aber beispielsweise ein fünf Prozent tieferer Dollarkurs nicht automatisch fünf Prozent tiefere Preise an den Schweizer Tankstellen.

WaehrungseffekteDie Mineralölgesellschaften stützen ihre Preisberechnungen auf die Notierungen des Rotterdamer Spotmarkts ab, da rund zwei Drittel des Schweizer Bedarfs an Erdölprodukten in Form von Fertigprodukten per Rheinschiff importiert werden. Die Notierungen erfolgen durchgehend in US-Dollar, weshalb sich Kursschwankungen unmittelbar auf die Produktkosten auswirken. Dazu kommen Transportkosten, welche stark vom Klima abhängen. Bei sehr tiefem oder hohem Wasserstand können die Schiffe weniger Fracht laden, was höhere Kosten bewirkt.

Aus demProduktpreis in Rotterdam, dem Wechselkurs und den Rheinfrachten resultiert der Import-Einstandspreis. Im Inland kommen Steuern, zusätzliche Kosten für den Weitertransport, die Lagerung und die Infrastruktur hinzu. Erheblich ins Gewicht fallen die Fiskalabgaben. Sie machen gut die Hälfte des Endpreises aus. Dieser - und damit verbunden die Handelsmarge - hängt wiederum von der lokalen Konkurrenzlage ab. Aufgrund des dichten Tankstellennetzes ist der Wettbewerb stark, was im Vergleich zu anderen Branchen zu relativ tiefen Margen führt.

Gemessen am Verkaufspreis an Schweizer Tankstellen macht der Import-Einstandspreis nur etwa ein Drittel aus. Dieser unterliegt Kursschwankungen, den die Branche an die Konsumenten weitergibt. Aufgrund der relativ statischen Fiskalbelastungen wird der Wechselkurs für die Konsumenten allerdings nur begrenzt spürbar.

 

Sitemap | Kontakt | Home | d | f
Suche