Handels- und Konsumentenmarkt

Der Handel mit „realem“ Öl erfolgt in der Regel nicht an den Börsen, sondern direkt zwischen Lieferanten und Abnehmern. Dennoch sind die Preise auf dem realen Ölmarkt eng mit den Börsenpreisen verflochten.

 

Die wichtigsten Handelsformen sind Termin- und Spotgeschäfte. Ein grosser Teil des Ölhandels erfolgt über langfristige Lieferverträge in Form von Termingeschäften. Der Spotmarkt richtet sich an Marktteilnehmer, die kurzfristig Öl kaufen oder verkaufen wollen.

 

Spotgeschäfte werden aus logistischen Gründen in den grossen Häfen abgewickelt. Rotterdam, New York, Houston oder Singapur haben sich als wichtige Drehscheiben im internationalen Ölhandel etabliert. Der grösste Teil der Erdölprodukte für den Schweizer Markt wird auf dem Rotterdamer Spotmarkt eingekauft.

 

Im Gegensatz zu den Börsen, an denen Öl virtuell gehandelt wird, kommen beim Handel mit „realem“ Öl Transport- und weitere Zusatzkosten dazu. Für den Transport von der Förderregion zu einem Umschlagplatz wie Rotterdam kommt der Verkäufer auf. Diese Kosten sind im Spotmarktpreis inbegriffen. Man nennt diese Preisbasis „fob“ (free on board).

 

Bis die Erdölprodukte zu den Endkunden gelangen, fallen noch weitere Kosten an. Rund zwei Drittel des Schweizer Bedarfs werden in Form von Fertigprodukten importiert, die grösstenteils per Rheinschiff nach Basel gelangen. Die Preisberechnung der Schweizer Erdölwirtschaft basiert deshalb auf den Notierungen des Rotterdamer Spotmarktes. Da diese in US-Dollar erfolgen, wirken sich Kursschwankungen direkt auf den Preis aus.

 

 

Für den Transport von Rotterdam nach Basel veranschlagen die Unternehmen weitere Kosten. Im Inland fallen zusätzliche Kosten für Weitertransport, Lagerung, Personal, Infrastruktur usw. an. Zudem werden staatliche Abgaben erhoben: Mineralölsteuer, Importabgabe, Mehrwertsteuer und punktuelle Lenkungsabgaben, beispielsweise für Erdölprodukte mit einem bestimmten Schwefelgehalt.

 

Die Endverkaufspreise in einer bestimmten Region hängen immer auch von der lokalen Konkurrenzsituation ab. Durch das dichte Tankstellennetz herrscht in der Schweiz ein starker Wettbewerb. Die Margen im Mineralölhandel sind im Vergleich zu anderen Branchen relativ tief.

 

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